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Blackout - Trinkwassernotversorgung

Blackout – Vorsorge und Trinkwassernotversorgung

Die Gefahr eines Strom– Blackouts (ist per Definition ein längerfristiger großflächiger Stromausfall) ist gerade in den letzten Monaten verstärkt zum Thema geworden, welches die Menschen im Burgenland beschäftigt.

Beim Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland werden bereits seit vielen Jahren Maßnahmen zur Absicherung bei Stromausfällen gesetzt. So wurden bereits vor Jahrzehnten Notstromaggregate bei den wichtigen Brunnenanlagen in Neudörfl und Frauenkirchen in das Wasserversorgungssystem eingebunden, um auch bei Stromausfällen eine Wasserversorgung in weiten Teilen des Nordburgenlandes gewährleiten zu können. Verstärkte Aktivitäten in dieser Thematik erfolgten dann vor allem seit dem Jahr  2012, welches im Burgenland zum „Jahr der Sicherheit“ erklärt wurde. Die Plattform Wasser Burgenland (PWB), welche eine Vereinigung der Burgenländischen Wasserversorger darstellt, und wo der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland Mitglied ist, hat sich seit diesem Zeitpunkt eingehend mit der Thematik der „Blackout- Vorsorge“, sowie der „Trinkwassernotversorgung im Katastrophenfall“ befasst. Ergebnis dieser breiten und sehr intensiven Diskussion war, dass im Ernst- bzw. Katastrophenfall nicht eine Einzelmaßnahme den Menschen im Burgenland helfen kann, sondern es einer Fülle an Maßnahmen und Kooperationen bedarf. Die Plattform Wasser Burgenland hat daher neben einer Vielzahl von Eigenmaßnahmen der Wasserversorger, welche schwerpunktmäßig u.a. die Notstromversorgung im Falle eines Blackouts beinhalten, eine Einsatzpartnerschaft mit zahlreichen Organisationen initiiert.

 

Einsatzpartnerschaften erweitern die Möglichkeiten des einzelnen Wasserversorgers

 

Ausgehend von Gesprächen mit der Leitung der Landessicherheitszentrale in Eisenstadt wurden zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen und Experten des Österreichischen Bundesheeres, dem Österreichischen Roten Kreuz sowie dem Arbeiter-Samariterbund Burgenland geführt. Das Ergebnis dieser breiten und sehr intensiven Diskussion war es, dass es nicht eine Einzelmaßnahme sein kann, die im Ernst- bzw. Katastrophenfall den Menschen im Burgenland helfen wird, sondern es einer Fülle an Maßnahmen bedarf, die zwischen Behörden, Energie- und Wasserversorgern und allen Beteiligten abgestimmt sein müssen. Die Plattform Wasser Burgenland hat aufgrund dieser Notwendigkeit die Initiative ergriffen und Einsatzpartnerschaften gestartet. 

So wurde vorerst für den Einsatz einer Trinkwasser-Paketiermaschine mit dem Dachverband der Wassergenossenschaften Oberösterreich (OOE) Wasser eine Kooperationsvereinbarung zur Trinkwasserpaketierung abgeschlossen, Abfüllübungen durchgeführt und Trinkwasserpakete auf Lager gelegt. Mit dem Arbeiter-Samariterbund Burgenland wurde eine Kooperationsvereinbarung getroffen, die sicherstellt, dass im Ernst- bzw. Katastrophenfall in kurzer Zeit eine Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt wird. Weiters wurden mit dem Österreichischen Bundesheer Abstimmungsgespräche zur Hilfeleistung im Katastrophenfall geführt. Maßgeblich sind vor allem auch getroffene Kooperationsvereinbarungen mit Mineralwasserabfüllern, wobei insbesondere durch JUVINA eine laufende Abfüllung von Leitungswasser in Plastikflaschen erfolgt, und erforderlichenfalls auch Mineralwasser mit LKW-Zügen beigestellt wird.  Weites wurden mit Römerquelle bzw. Coca Cola Helenic Österreich entsprechende Grundsatz- Vereinbarungen zur Unterstützung im Notfall abgeschlossen. Beim WLV Nördliches Burgenland wurde auf dieser Basis ein Notfalllager angelegt, wo in Flaschen laufend mehr als 10.000 l abgefülltes Trinkwasser gelagert, bei Störfällen (Rohrbrüchen, etc.) laufend verbraucht, sowie nachgefüllt werden.

Die Summe dieser für den Großteil des Burgenlandes getroffenen Maßnahmen soll in Abstimmung mit den von den Wasserversorgern zu treffenden spezifischen Maßnahmen gewährleisten, dass im Katastrophenfall und über Verlangen der Plattform Wasser Burgenland bzw. der den Katastropheneinsatz leitenden Behörde rasche Hilfe für die notleidende Bevölkerung erfolgt. Detaillierte Informationen zum Thema sind auf der Webseite der PWB unter www.wasser-burgenland.at zu finden.

 

Weitere spezifische Maßnahmen beim WLV Nördliches Burgenland

 

Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland versorgt 66 Gemeinden und mehr als 180.000 Menschen mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Er ist somit einer der größten Wasserversorger Österreichs. Zu den Aufgaben eines verantwortungsvollen Wasserversorgungsunternehmen gehört auch die Absicherung der Versorgung im Falle eines Blackouts, sowie in Not- und Katastrophenfällen. Die in Abstimmung mit der Plattform Wasser Burgenland über Einsatzpartnerschaften getroffenen Maßnahmen wurden bereits erläutert.

Die Zuständigkeit, sowie die Koordination in Katastrophenfällen, wie sie Erdbeben, großflächige Überschwemmungen, Atomunfälle etc. darstellen können, ist durch das Burgenländische Katastrophenhilfegesetz geregelt. Maßgeblich ist bei derartigen Großereignissen die Zuständigkeit des Landes, der Bezirksbehörden und der Landessicherheitszentrale.

Nichts desto trotz sehen wir Wasserversorger uns in der Verantwortung mit Notfallplänen, sowie den richtigen Maßnahmen und Kooperationen, für derartige Not- und Katastrophenfälle auch selbst Vorsorge zu treffen. Wichtige Hilfestellung dabei bietet die ÖVGW Richtlinie W74 „Trinkwassernotversorgung“. Eine Grundvoraussetzung für die Versorgungssicherheit ist die Absicherung durch einen geeigneten Mix unterschiedlicher Wasserspender, wobei in Notfällen den durch dichte Deckschichten gut geschützten Tiefengrundwasservorkommen besondere Bedeutung zukommt. Weiters ist eine Vernetzung der Versorgungssysteme wesentlich, um die Verletzlichkeit in Katastrophenfällen zu verringern. In diesem Zusammenhang ist unter anderem auf die bestehende Verbindungsleitung des WLV NB mit Wiener Neustadt zu verweisen, wo laufend Wasser gegenseitig ausgetauscht wird. Dies trägt maßgeblich zur Absicherung bei Anlagenausfällen und anderen Not-Szenarien bei. Sicherheit bei einem Blackout geben aber vor allem auch die großen Mengen an Trinkwasser, welche in den Trinkwasserhochbehältern des WLV Nördliches Burgenland gespeichert werden. Der größte Teil des Versorgungsnetzes kann aus diesen Hochbehältern über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen versorgt werden.

Zusätzlich ist auch die Absicherung der Stromversorgung in Not- und Katastrophenfällen von großer Bedeutung. Ortsfeste Notstromversorgungen, sowie die Kombination mit mobilen Stromaggregaten sind hier von großer Wichtigkeit. In den letzten Jahren wurden in Kittsee, Winden, Neusiedl am See und Neudörfl, zusätzlich zu den bestehenden Anlagen in Eisenstadt und Frauenkirchen, neue stationäre Notstromaggregate aufgestellt, sowie mehrere mobile Notstromaggregate angekauft. Mit den vorhandenen WLV – eigenen Dieseltankstellen in Eisenstadt und Neusiedl am See können diese mit den vorhandenen Treibstoffvorräten über mehrere Tage betrieben werden.

Für Versorgungsbereiche wo es aufgrund der spezifischen Situation nicht möglich ist über einen längeren Zeitraum eine Versorgung über das Wasserleitungsnetz sicherzustellen, ist es auch vorgesehen eine sogenannte „Holversorgung“ an definierten Wasserabgabestellen einzurichten. Wenn alle Stricke reißen und besondere Katastrophenfälle eintreten, wird weiters auf die Sinnhaftigkeit einer Eigenversorgung über gelagerte Wasservorräte (mind. 2l pro Person und Tag) hingewiesen, wie dies auch vom Zivilschutzverband empfohlen wird.

Zusammenfassend ist nochmals auszuführen, dass es für die Blackout- Vorsorge und die Trinkwassernotversorgung keine Einzelmaßnahme geben kann, welche das Maß aller Dinge ist. Es sind im Gegenteil eine Vielzahl von Vorsorgemaßnahmen erforderlich, wobei die rechtzeitige Kommunikation im Vorfeld von immenser Wichtigkeit ist. Die Covid-19 Krise hat uns die Notwendigkeit von Versorgungsmaßnahmen für den Krisen- und Katastrophenfall deutlich vor Augen geführt. Die Umsetzung ist aber zweifellos noch nicht abgeschlossen. Auch bei bereits greifbaren Erfolgen handelt es sich bei der Absicherung für Katastrophenfälle um „work in progress“, bei welchem laufende Aktivitäten und Weiterentwicklungen erforderlich sind. Der WLV Nördliches Burgenland ist jedenfalls  laufend um die weitere Absicherung Ihrer Wasserversorgung bemüht.